Osteopathie und Psychologie

Gefühle hinterlassen Spuren in unserem Körper. Das so genannte Fasziengewebe speichert jede Art von psychischem Stress und kompensiert. Wenn sich dieser Ausgleichsmechanismus m Laufe des Lebens erschöpft, beginnt der Körper, krank zu werden. Ein Kniegelenk bekommt dann scheinbar plötzlich Arthrose. Die Wirbelsäule erleidet einen Bandscheibenvorfall. In der Osteopathie geht es immer auch darum, in das Gewebe sanft hineinzuhorchen und störende Gefühle zu erspüren und zu beseitigen. Der Körper erzählt, der erfahrene Osteopath arbeitet mit diesen Botschaften und kurbelt dadurch den Selbstheilungsmechanismus an.

Ein Mensch, der sich gut fühlt, zeigt das auch mit seiner Körpersprache. Er wird mit aufrechtem und erhobenem Haupt durch die Welt ziehen. Ein Mensch, der psychisch angespannt und ev. Krank ist, zeigt sich "geknickt". Seine Haltung ist schlecht und spiegelt sein inneres Leiden wider.

Die Haltung hat einen Einfluss auf die Seele - somatopsychologisch; und die Seele hat wiederum einen Einfluss auf den Körper - psychosomatisch.

In der Osteopathie kann man so über den Körper Einfluss auf die Psyche eines Menschen nehmen. In Verbindung mit der Psychologie und der Psychiatrie ist es somit möglich, einen Patienten von seinen Problemen zu befreien und ihm zu helfen.

Die norwegische Physiotherapeutin und Psychologin Gerda Boyesen hat bereits in den 50er-Jahren auf die Bedeutung des vegetativen Nervensystems mit seinem Zentrum im Bauch hingewiesen. Es reguliert unser Atemmuster und die Blutverteilung, beides wirkt sich auf unsere Befindlichkeit aus. Unterdrückte Gefühle und permanente Anspannung führen zu chronischen Haltungsschäden und Muskelverhärtungen, auch Körperpanzer genannt.

Seitdem die Gehirnforschung erkannt hat, dass im menschlichen Körper eigene Nervenbahnen für Emotionen existieren, die unser logisches Denken und unsere Gesundheit beeinflussen, wird die Verdrahtung von Symptomen mit bestimmten Gefühlen aus medizinischer Sicht eine völlig neue Bedeutung gegeben. Heute wissen wir, dass besonders lang anhaltende emotionale Belastungen auch unser Immunsystem nachweisbar beeinträchtigen.

Negative Gedankenmuster beeinträchtigen sogar das menschliche Zellwachstum. Mit anderen Worten: Wer zu echten Glücksgefühlen fähig ist, bleibt länger jung.



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